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Bei zurückgesetzten Fenstern zeigen die Fensterleibungen eine ähnliche Wirkung wie die Ecken. Bei ihnen und bei den Leibungen der Heizkörpernischen ist darüber hinaus zu beachten, dass bei einem schrägen Wärmedurchgang, wie er in der Zeichnung 3 dargestellt ist, meist nicht einmal der Mindestwärmeschutz erreicht bzw. eingehalten wird.
Zu den durch Baustoffe bedingten Wärmebrücken zählen z. B. Steine höherer Rohdichte, die oft zum Ausgleich eingebaut werden, Betonteile oder Ortbeton ohne zusätzliche Dämmung und Metallteile; hinzuzurechnen wären auch noch die Fenster, die in Bezug auf den Wärmeschutz die schwächste Stelle der senkrechten Außenbauteile sind und sich bereits bei geringen Temperaturschwankungen beschlagen. Baustoffbedingte Wärmebrücken in Form von Betonteilen treten an Stellen höherer Beanspruchungen und bei der Überschneidung horizontaler und vertikaler Bauteile auf. Sie sind bei entsprechender konstruktiver Bearbeitung meist vermeidbar, oder zumindest auf wenige unvermeidbare Stellen zu reduzieren.
Leider werden aber noch häufig bei Kellerdecken die Deckenauflager so ausgebildet, wie sie Zeichnung 4 zeigt. Die Vermeidung von Wärmebrücken ist auch bei Außenwänden mit hoher Wärmedämmung von besonderer Bedeutung, da bei solchen Wänden sich an den Wärmebrücken ein besonders starker Wärmefluss und damit eine relativ niedrige innere Oberflächentemperatur einstellt. Bei hoch gedämmten Bauten muss daher den Wärmebrücken besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Hinter Möbeln und Vorhängen, aber auch in den Raumecken ist naturgemäß die Luftbewegung kleiner als an den freien Wandflächen. Deshalb sind in diesen Bereichen die Wärmeübergangsverhältnisse zwischen Raumluft und Wandoberfläche ungünstiger als an den übrigen- Wandflächen, weil kein so häufiger Luftwechsel erfolgt.
Der Wand wird in diesen Bereichen also weniger Wärme zugeführt, was eine niedrigere Oberflächentemperatur zur Folge hat. Große, raumbreite und raumhohe Einbauschränke, aber auch an der Wand stehende dicke Polstermöbel wirken wie eine zusätzliche innere Wärme Dämmschicht.
Durch sie wird die Wärmezuleitung zur Wand unterbrochen und gleichzeitig der Taupunkt ins Rauminnere bzw. in den Schrank verlegt, so dass die Schimmelpilzbildungen dann nicht mehr an der Wandoberfläche. sondern an der Rückseite der Polstermöbel oder im Schrank auftreten. Fehler der Bewohnung Viele Bauherrn und Mieter wollen nicht glauben, dass die Feuchteerscheinungen in ihren Häusern und Wohnungen auf falsches Wohnverhalten zurückzuführen sind und leiten sie von einem zu geringen Wärmeschutz der Außenwand ab.
Es müsste jedoch von jedem leicht zu verstehen sein, dass eine Wand auch bei noch so guter Wärmedämmung auskühlt, wenn ihr in der kalten Jahreszeit nicht von innen ständig Wärme zugeführt wird. Ein großer Fehler der Bewohnung und eine häufige Ursache für die Feuchteerscheinungen in den Wohnungen ist aber gerade das zu sparsame Heizen, oft auch in Verbindung mit starker Wohnnutzung durch mehrere Bewohner.
Geringe Heizung verleitet zu verminderter Lüftung, weil die Wärme nicht durch Lüftung verloren gehen soll. Wegen der ständigen Erzeugung von Wasserdampf durch die Bewohner wird bei fehlender Lüftung daher der Wasserdampfgehalt der Luft gesteigert, so dass der Sättigungsgehalt sehr schnell erreicht werden kann; es kommt damit zu einer ständigen Kondensatbildung.
Die Hauptursache für die Kondensatbildung ist jedoch die indirekte Heizung von Räumen und hier meist von Schlafräumen. Nicht oder nur schwach beheizte Räume mit zwangsläufig niedrigen inneren Oberflächentemperaturen der Außenbauteile werden durch Luftumwälzung aus anderen beheizten und stärker genutzten Räumen, wie Wohnzimmer und Küchen, temperiert.
Die warme, oft hoch mit Wasserdampf angereicherte Luft aus den bewohnten Räumen kühlt auf dem Weg in den unbeheizten Raum schnell ab. Diese Luft trifft nun in dem unbeheizten Raum auf stark unterkühlte Innenoberflächen der Außenbauteile, so dass die Taupunkttemperatur sehr rasch unterschritten wird und eine erhebliche Menge an Kondensat ausfällt. Ähnliche Verhältnisse treten jedoch auch ein, wenn Räume zu stark belüftet werden; in diesen Fällen kommt es dann zu Feuchteerscheinungen auch an den Innenwänden.
Gerade in Bädern konnte oft festgestellt werden, dass sich Schimmelpilze auch auf den Fugen an den Fliesenbelägen der Innenwände und sogar an Duschvorhängen bilden. Sie haben ihre Ursache nicht in einer schlechten Wärmedämmung der Außenwand, sondern ausschließlich in der zu starken Auskühlung des Raumes und seiner Innenwände.
In Bädern und Küchen, in denen das Kippfenster den ganzen Tag offen steht, kann sogar oft die Fensterstellung in der Fensterleibung und am Sturz deutlich abgelesen werden. Die Feuchteerscheinungen und Schimmelpilzbildungen erscheinen in den Fensterleibungen keilförmig und reichen am Sturz bzw. an der Decke exakt bis zur Vorhangleiste, die an der Decke angebracht ist.
Bei diesen stark unterkühlten Räumen wird meist noch ein weiterer Fehler gemacht, wenn die Raumluft zu schnell aufgeheizt wird. Wird nämlich vor dem Baden oder Duschen der Heizkörper voll aufgedreht, so erwärmt sich die Raumluft sehr rasch und kann dann dadurch auch viel Wasserdampf aufnehmen nicht aber die Wand.
Bevor sich die Wandoberfläche einer stark unterkühlten Wand der Raumtemperatur anpassen kann, wird aufgrund des Wärmestaus ein erheblicher Teil der Wärme in den Wandquerschnitt abgeführt; sie ist abhängig von der Temperatur im Wandinneren und der Wärmeträgheit der Wand. Die Kondensatbildung tritt daher genauso ein wie in unbeheizten Räumen. Wie wohnt man richtig? Wie spart man Heizenergie?
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